Der Wirtschaftsführer für Wien, Niederösterreich und Kärnten - E-Book

34 Ausgabe Dezember 2025 www.der-wirtschaftsfuehrer.at Geschichte, Kunst & Gegenwart im Dialog „Schwarze Juden, Weiße Juden?“ vereint historische Dokumente, Fotografien und Objekte mit zeitgenössischer Kunst, die die Spannung zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung sichtbar macht. Künstlerische Positionen eröffnen neue Sichtweisen auf das Thema: etwa Jason Bard Yarmoskys Werk Portrait of a young man (2018), das gesellschaftliche Vorstellungen von „weißen Superhelden“ kritisch hinterfragt. Zahlreiche Arbeiten stammen von sogenannten Jews of Color, die mit ihren persönlichen Erfahrungen und Perspektiven das Spektrum jüdischer Identität erweitern. Interviews und Videoinstallationen machen sichtbar, dass jüdisches Leben und Erleben niemals einheitlich war – und dass Hautfarbe innerhalb wie außerhalb jüdischer Gemeinschaften eine Rolle spielt, die es zu reflektieren gilt. Zwischen Fremdzuschreibung und Selbstverständnis Die Ausstellung zeigt, dass es keine einfache Antwort auf die Frage „Welche Hautfarbe haben Jüdinnen und Juden?“ gibt – denn diese Frage lässt sich außerhalb rassistischer Denkmuster gar nicht stellen. Vielmehr geht es darum, die Mechanismen zu verstehen, mit denen Menschen bewertet, eingeordnet oder ausgegrenzt werden. So wird deutlich, wie sehr Zuschreibungen von „weiß“ oder „nicht-weiß“, von „privilegiert“ oder „unterdrückt“ historische Erfahrungen überblenden können. Das Jüdische Museum Wien will mit dieser Ausstellung ein Bewusstsein dafür schaffen, dass jüdische Identität – ebenso wie jede andere – nicht monolithisch ist, sondern vielfältig, wandelbar und geprägt von individuellen Geschichten. Kunst als Spiegel gesellschaftlicher Debatten Neben der Präsentation historischer und künstlerischer Exponate versteht sich die Ausstellung auch als Forum für Austausch und Bildung. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit künstlerischen Interventionen, Workshops, Filmvorführungen und Lesungen bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich mit den Themen der Schau auseinanderzusetzen. Damit wird das Jüdische Museum Wien einmal mehr seinem Anspruch gerecht, ein Ort des Dialogs und der Reflexion zu sein – ein Raum, in dem Geschichte und Gegenwart miteinander ins Gespräch kommen. Hier werden nicht nur Exponate gezeigt, sondern Fragen gestellt, die unser Verständnis von Zusammenleben und Vielfalt betreffen. Ein Beitrag zu Offenheit und gesellschaftlichem Miteinander Als Teil der Wien Holding leistet das Jüdische Museum Wien mit dieser Ausstellung einen wichtigen Beitrag zur kulturellen und gesellschaftlichen Debatte unserer Zeit. Es macht deutlich, dass Vielfalt kein Gegensatz zu Zusammenhalt ist, sondern dessen Grundlage bildet. Wien ist eine Stadt, die auf Offenheit, Austausch und gegenseitigem Respekt aufbaut – Werte, die in dieser Ausstellung auf eindrucksvolle Weise erfahrbar werden. „Schwarze Juden, Weiße Juden?“ lädt alle Besucherinnen und Besucher ein, eigene Sichtweisen zu überdenken, neue Perspektiven zuzulassen und die komplexe Realität jüdischer Identitäten kennenzulernen – frei von Stereotypen und Schubladendenken. Ausstellungsdauer und Ort: 22. Oktober 2025 bis 26. April 2026 Jüdisches Museum Wien, Museum Dorotheergasse 11, 1010 Wien Weitere Infos: www.jmw.at © Chris Buck © Aaron Hodge Silver Greenberg

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