Der Wirtschaftsführer für Wien, Niederösterreich und Kärnten - E-Book

54 Ausgabe Dezember 2025 www.der-wirtschaftsfuehrer.at So erzielt etwa das flächenmäßig kleine Weinbundesland Wien dank Gastronomie und Tourismus eine große ökonomische Wirkung. Das sind die Ergebnisse der aktuellen Wertschöpfungsstudie, die die Economica GmbH im Auftrag der Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) durchgeführt hat. Demnach sicherte die österreichische Weinwirtschaft 2023 mehr als 68.000 Arbeitsplätze, generierte eine Bruttowertschöpfung von 3,8 Milliarden Euro und spülte 1,2 Milliarden Euro in die Staatskassen. Viele andere, eng mit dem Wein verbundene Branchen wie die Gastronomie, der Handel und der Tourismus profitieren wesentlich. Ob beim Heurigen, beim Dinner mit exquisiter Weinbegleitung oder beim Wandern über den Nussberg: Der Wein begleitet durch Alltag und Freizeit. Was dabei oft verborgen bleibt, ist die wirtschaftliche Leistung, die hinter diesem Kulturgut steht. Die Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) hat deshalb gemeinsam mit der Economica GmbH eine umfassende Wertschöpfungsstudie durchgeführt, die die weitreichende volkswirtschaftliche Bedeutung der heimischen Weinwirtschaft in Zahlen fasst. Vom Anbau über die Weinpresse bis zum Glas „Die wirtschaftliche Kraft des Weins reicht weit über das Achterl hinaus. Denn rund um die Rebe wirkt ein ganzes Wirtschaftsökosystem: vom Winzerbetrieb über den Tourismus bis hin zu Handel und Kulinarik. Es sind diese direkten und indirekten Effekte, die den Wein zu einem bedeutenden Wirtschaftsmotor machen“, betont ÖWM-Geschäftsführer Chris Yorke. So erwirtschaftete die österreichische Weinwirtschaft 2023 eine Bruttowertschöpfung von über 3,8 Milliarden Euro. Das entspricht 0,9 Prozent der gesamten österreichischen Wirtschaftsleistung. Insgesamt macht der Wein 7,5 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Produktion aus. Über 68.000 Arbeitsplätze werden direkt oder indirekt durch die Branche gesichert. Das ist rund die Hälfte der direkt gesicherten Arbeitsplätze in der Metalltechnischen Industrie (135.000). Auch der Staat profitiert erheblich von der Weinwirtschaft: Jährlich werden rund 1,2 Milliarden Euro an Steuern und Abgaben in die öffentlichen Kassen gespült. Knapp 403 Millionen Euro bzw. 35 Prozent davon gehen an den Bund, weitere 137,5 Millionen Euro bzw. 12 Prozent an die vier großen Weinbundesländer Niederösterreich, Burgenland, Wien und Steiermark und weitere 96 Millionen Euro an die restlichen Bundesländer. „Eine tragende Säule dieser wirtschaftlichen Leistung ist die hohe Qualität des österreichischen Weins, die mit einer hohen Reputation im In- und Ausland einhergeht. Dass diese Entwicklung möglich wurde, ist nicht zuletzt den jahrzehntelangen, strategischen Aktivitäten der ÖWM zu verdanken, die Image, Absatz und Exportkraft gezielt gefördert hat“, ist Yorke überzeugt. Wo Wein getrunken wird, wird mehr ausgegeben Besonders profitieren Beherbergung und Gastronomie mit knapp 1,5 Milliarden Euro (rund 39 Prozent) der gesamten Wertschöpfung, die durch den Wein in Österreich entsteht. An zweiter Stelle steht die Landwirtschaft mit etwa 390 Millionen Euro. Auf Platz drei folgt der Großhandel mit knapp 353 Millionen Euro. Auch der Weintourismus spielt eine zentrale Rolle: Fünf Prozent der Urlauberinnen und Urlauber nahmen 2023 weinbezogene Aktivitäten wahr. Sie gaben durchschnittlich 18 Prozent mehr pro Tag aus als andere Gäste. „Die österreichische Weinwirtschaft steht nicht nur für Gastfreundschaft und Lebensfreude, sondern schafft auch einen enormen wirtschaftlichen Mehrwert“, sagt Univ.-Prof. Dr. Christian Helmenstein, Leiter der Economica GmbH. Der Wein als Rückgrat ländlicher Regionen Noch deutlicher wird die Relevanz des österreichischen Weins, wenn man in die einzelnen Bundesländer blickt: „Der Weinbau ist weit mehr als landwirtschaftliche Produktion. Er fungiert als wirtschaftliche und gesellschaftliche Lebensader und sichert die Attraktivität vieler Gegenden“, betont Johannes Schmuckenschlager, Präsident des Österreichischen Weinbauverbands. „In zahlreichen Regionen stellt der Weinbau aufgrund der besonderen geographischen und klimatischen Gegebenheiten die zentrale, und nicht selten auch einzige, Form der Wertschöpfung dar“, erklärt Yorke. Die Studie legt deshalb ein besonderes Augenmerk auf die vier Weinbundesländer Niederösterreich, Burgenland, Wien und Steiermark, wo im Vergleich zu den anderen Bundesländern insbesondere Handel und Gastgewerbe mit einer Bruttowertschöpfung inklusive notwendiger Vorleistungen von über zwei Milliarden Euro (gegenüber 1,1 Milliarden in Restösterreich) sowie der Tourismus mit 362 Millionen Euro (gegenüber 291 Millionen Euro in Restösterreich) am meisten Wertschöpfung generieren. So produziert Niederösterreich als betriebs- und flächenmäßig stärkstes Weinbundesland Österreichs den meisten Wein und weist damit auch die größten ökonomischen Effekte auf. Im Burgenland, dem zweitgrößten Anbaugebiet, hat der Weinbau unter den vier Bundesländern die größte Bedeutung für die landwirtschaftliche Produktion. Bei der Steiermark handelt es sich um ein aufstrebendes Weinland mit starkem Tourismusfaktor, wo vor allem nachgelagerte Güter und Dienstleistungen, die mit Wein in Verbindung stehen, eine sehr große Bedeutung haben. Große Wirkung auf kleiner Fläche dank Gastronomie und Tourismus in Wien Wien ist das zwar das kleinste der vier Weinbundesländer, weist dafür aber eine relativ große Wertschöpfung auf. So beläuft sich die Bruttowertschöpfung des Weines im Jahr 2023 auf 879,42 Millionen Euro, was 0,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Wiens entspricht. Die Weinwirtschaft in der Bundeshauptstadt sichert 11.728 Arbeitsplätze, was 1,0 Prozent der gesamten Beschäftigung ausmacht. Insgesamt spülte die Weinwirtschaft im Untersuchungszeitraum 55,2 Millionen Euro in die Kassen der Stadt Wien – fast ein Viertel aller Steuern und Abgaben auf regionaler Ebene. © Economica GmbH

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