Der Wirtschaftsführer für Wien, Niederösterreich und Kärnten - E-Book

55 Ausgabe Dezember 2025 www.der-wirtschaftsfuehrer.at Stärker als in den anderen Bundesländern sind Handel und Gastgewerbe mit Weinbezug die stärksten Player der Weinwirtschaft in Wien. Auf Platz zwei folgt der Weintourismus. „In Anbetracht der Größe des Weinbaugebiets muss man in Wien von einer außerordentlich großen touristischen Wertschöpfung sprechen“, erklärt Schmuckenschlager. „Wien ist zwar das kleinste Weinbundesland, doch mit einer Bruttowertschöpfung von 879 Millionen Euro und über 11.700 Arbeitsplätzen zeigt die Weinwirtschaft hier eine überproportional starke wirtschaftliche Bedeutung“, sagt der Wiener Weinbaupräsident Norbert Walter stolz. Von der Wertschöpfung zur Wertschätzung Ohne den Weinbau würden ganze Regionen also erhebliche wirtschaftliche Einbußen erleiden. Arbeitsplätze im ländlichen Raum gingen verloren, tourismusgetriebene Wertschöpfung bliebe aus und die regionale Identität würde an Profil verlieren. „Unser Ziel ist es, durch das Aufzeigen der Wertschöpfung zu einer Wertschätzung gegenüber dem zu kommen, was die über 10.000 heimischen Weinbaubetriebe, die zu 95 Prozent in Familienhand sind, tagtäglich leisten“, plädiert Schmuckenschlager. Denn diese Bemühungen umfassen mehr als das Produzieren eines guten Weins: Die Weinwirtschaft schafft kulturelle Identität, sichert Arbeitsplätze und tragt österreichische Qualität in die Welt hinaus. „Ihre Arbeit ist Fundament und Zukunft zugleich und verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch strategische Unterstützung“, sagt Yorke. Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft gefordert Damit die Weinwirtschaft ihre Rolle als Wirtschaftsmotor, Arbeitgeber und internationaler Qualitätsbotschafter auch in Zukunft erfüllen kann, braucht es ein klares Bekenntnis der Politik: gezielte Unterstützungsmaßnahmen und ein Rahmen, der Investitionen in Qualität und Wettbewerbsfähigkeit erhöht. „Unsere Weinbaubetriebe sind aktuell durch rekordhohe Produktionskosten, rückläufigen Weinkonsum, überbordende Bürokratie und zunehmenden internationalen Wettbewerb stark unter Druck. Daher brauchen wir mehr denn je einen Schulterschluss zwischen Politik und Weinwirtschaft. So wäre es sehr wünschenswert, wenn der Bund, der nachweislich stark durch Einnahmen aus der Weinwirtschaft profitiert, wieder einen Finanzierungsbeitrag an die ÖWM leistet – wie die vorbildlich agierenden Weinbauländer“, betont Schmuckenschlager abschließend. Über die ÖWM Die Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) ist eine Servicegesellschaft für die österreichische Weinwirtschaft mit Sitz in Wien. Sie wurde 1986 gegründet und unterstützt und koordiniert die strategischen Bemühungen der österreichischen Weinwirtschaft um Qualität und Verkauf. Im Inland ist es das Ziel der ÖWM, die hohen Marktanteile des heimischen Weins zu halten. Parallel soll der Weinexport weiter gesteigert werden, wobei die Wertschöpfung im Vordergrund steht. www.oesterreichwein.at Die aktuelle Wertschöpfungsstudie der ÖWM zeigt die enorme und weitreichende wirtschaftliche Bedeutung des österreichischen Weins auf, v.l.n.r.: Johannes Schmuckenschlager, Präsident des Österreichischen Weinbauverbands, ÖWM-Geschäftsführer Chris Yorke und Univ.-Prof. Dr. Christian Helmenstein, Leiter der Economica GmbH © APA | Martin Hörmandinger

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