Der Wirtschaftsführer für Wien, Niederösterreich und Kärnten - E-Book

66 Ausgabe Juni 2026 www.der-wirtschaftsfuehrer.at durch eine ca. 12 qm² große Behindertentoilette ergänzt, die ausreichend Platz für eine Person im Rollstuhl und zwei Betreuern bietet. Nachhaltigkeit Mit dem hochwertig sanierten und erweiterten Wien Museum erhalten Wien und seine Bewohner und Gäste ein modernes, zentral gelegenes Stadtmuseum und erstmals eine hochwertige Gastronomie im Osten des Resselparks. Verbunden mit der Freiraumgestaltung vor dem Museum mit mehr Grünraum und Wasserelementen erlebt der Karlsplatz eine deutliche Aufwertung. Bereits die Entscheidung, das Wien Museum am Karlsplatz zu erhalten und den historischen Altbestand zu sanieren, brachte eine starke CO2-Ersparnis im Vergleich zu einem Neubau mit sich. Nachhaltigkeit auf der Höhe der Zeit weisen auch die eingesetzten Systeme zum effizienten Energiemanagement auf: von der Geothermie und dem Einsatz von Fotovoltaik zur autarken Energieversorgung, der Begrünung am Dach und den intelligenten Haustechniksystemen (Nutzung der Abwärme der Besucher:innen u. a.), bis zu den Lehmbekleidungen der Wände, die auf ganz natürliche Weise helfen, das Raumklima in den Dauerausstellungsbereichen auszugleichen. Natürliche Beschattung des Gebäudes bieten die drei neu gesetzten Bäume auf dem Vorplatz. Durch das Untergeschoß führende Baumkoffer ermöglichen ihre tiefgehende Verwurzelung ins Erdreich. In den Monaten vor der Eröffnung erfolgte eine Prüfung hinsichtlich Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit. Der strenge Zertifizierungsprozess wurde erfolgreich durchlaufen und das Wien Museum als Museumsstandort und Location für Veranstaltungen mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Das Wien Museum soll zum Raum der Begegnung werden, „ein Wohnzimmer für alle“ (Direktor Matti Bunzl). Dafür wird das Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Vermittlungsangebot mit Führungen und Workshops für Jung bis Alt und einem neuen Fokus auf Community-Projekte vervielfacht. Die neue Gastronomie wird regionale Küche mit hochwertigen Zutaten zu fairen Preisen anbieten. Um einen möglichst niederschwelligen Zugang zu bieten, wird intensives Augenmerk auf Inklusion und Barrierefreiheit gelegt: Inklusionsbeauftragte arbeiten in enger Zusammenarbeit mit dem ÖZIV – Bundesverband für Menschen mit Behinderungen, Blindenverband u. v. m. Im Gebäude und in den Ausstellungen kommt es zum Einsatz von taktilen Objekten, Brailleschrift oder Großdrucktext und Angeboten in Einfacher Sprache; Induktionsschleifen und Leihrollstühle ergänzen das Angebot. Dazu gehört auch Österreichs erste Toilette-für-Alle im Untergeschoß. Ausgestattet ist sie mit einer höhenverstellbaren Pflegeliege, einem Deckenlift und weiteren Funktionen, die Menschen mit komplexer Behinderung eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtern. Die Toilette-für-Alle gehört zum öffentlichen Teil des Museums und ist zu Museumsöffnungszeiten auch ohne Eintrittskarte erreichbar. Das Architektenteam Certov, Winkler + Ruck … zur städtebaulichen Dimension Städtebaulich ist es eine Rückholung. Das Museum war durch städtebauliche und verkehrstechnische Veränderungen in den 70er-Jahren und den Anbau des Winterthur- Gebäudes an den Rand des Parks gedrängt, ja beinahe hinausgeschubst worden. Unsere Aufgabe war, nicht nur einen architektonischen Markstein am Nordosteck des Platzes zu formulieren, sondern vielmehr eine stadträumlich völlig neue Situation zu schaffen – eine Plaza mit allem was dazugehört. Entstanden ist ein komplett neues, attraktives und vielschichtiges urbanes Angebot in der Nordostecke des Resselparks. Der große Pavillon – als ausgestreck- © Lisa Rastl

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