7 Ausgabe September 2026 www.der-wirtschaftsfuehrer.at len sind, müsste Transparenz oberste Pflicht sein. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass die Kontrolle dort nicht immer mit jener Konsequenz funktioniert, die bei öffentlichen Millionenprojekten notwendig wäre. Auch die Beschaffung von Fernkälteanlagen durch Wien Energie geriet ins Visier der Kontrolle. Laut Stadtrechnungshof war die Auswahlentscheidung nicht nachvollziehbar. Eine deutlich günstigere Firma kam nicht zum Zug. Wien Energie weist die Kritik zwar entschieden zurück und betont, dass neben dem Preis auch qualitative und technische Kriterien berücksichtigt würden. Das kann grundsätzlich legitim sein. Aber genau deshalb müsste eine solche Entscheidung besonders sauber dokumentiert sein. Wenn ein teureres Angebot den Vorzug erhält, muss klar erkennbar sein, warum. Wien Holding unter Zugzwang Wie transparent und wirtschaftlich gehen stadteigene Konzerne mit dem Geld der Wiener um? Die Opposition sieht sich bestätigt und spricht von Verschwendung und mangelnder Transparenz. Der politische Streit ist das eine. Der Kern des Prüfberichtes bleibt aber bestehen. Es gibt erkennbare Schwächen bei Wettbewerb, Dokumentation und der Begründung externer Aufträge. Für die Wien Holding reicht es daher nicht, den Bericht einfach zur Kenntnis zu nehmen. Notwendig sind klare Konsequenzen. Verbindliche Kriterien für externe Beratungen, mehrere Vergleichsangebote als Regelfall, nachvollziehbare Kostenschätzungen und eine lückenlose Dokumentation müssten in einem Konzern dieser Größe selbstverständlich sein. Ebenso braucht es eine klare Prüfung, ob Leistungen nicht mit vorhandenem Fachwissen selbst erbracht werden können. Denn jeder extern vergebene Auftrag kostet Geld aus öffentlichen Kassen. Transparenz bei Steuergeld Die Wiener dürfen erwarten, dass ihre Stadt nicht nur bei den Bürgern auf Sparsamkeit pocht, sondern auch bei eigenen Konzernen höchste Maßstäbe anlegt. Wer Gebühren erhöht und Budgetdisziplin verlangt, muss bei Millionenaufträgen an externe Berater erst recht jeden Zweifel ausräumen. Der Stadtrechnungshof hat eine deutliche Warnung ausgesprochen. Nun liegt es an der Wien Holding und an der politisch verantwortlichen Stadtregierung zu zeigen, dass Transparenz mehr ist als ein Schlagwort. Denn wenn Vergleichsangebote fehlen, Preise nicht ausreichend geprüft und Entscheidungen nur lückenhaft dokumentiert werden, geht es nicht um kleine Formfehler. Dann steht das Vertrauen in den sorgfältigen Umgang mit Steuergeld auf dem Spiel. Die Kritik der Prüfer sollte deshalb nicht wegdiskutiert, sondern zum Anlass für eine umfassende Reform genommen werden. Nur mit klaren Regeln, echter Kontrolle und vollständiger Offenlegung kann verloren gegangenes Vertrauen zurückgewonnen werden. H.K. Ein Auszug der Unternehmen der Wien Holding GmbH IMMOBILIENMANAGEMENT w ARWAG Holding-Aktiengesellschaft w Schloss Laxenburg Betriebsgesellschaft mbH w Therme Wien GmbH & Co KG w WSE Wiener Standortentwicklung GmbH KULTUR, VERANSTALTUNGSMANAGEMENT UND SPORT w D-Turm Beteiligungsgesellschaft m.b.H. w Haus der Musik Museum GmbH w Johann.Strauss-Festjahr2025 GmbH in Liqu. w Jüdisches Museum der Stadt Wien GmbH w KunstHausWien GmbH w MOZARTHAUS VIENNA Errichtungs- und Betriebs GmbH w Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien GmbH w Vereinigte Bühnen Wien GmbH w Wien Holding Sport GmbH w Wiener Sportstätten Betriebsgesellschaft m.b.H. w Wiener Stadthalle Betriebs- und Veranstaltungsgesellschaft m.b.H. w WTH Wien Ticket Holding GmbH w „Stolz auf Wien“ Beteiligungs GmbH LOGISTIK UND MOBILITÄT w CentralDanubeRegionMarketingundDevelopmentGmbH w DDSG - BLUE DANUBE SCHIFFFAHRT GMBH w Flughafen Wien Aktiengesellschaft w Hafen Wien GmbH w Wiener Donauraum Länden und Ufer Betriebs- und Entwicklungs GmbH DIGITAL, INTERNATIONAL UND SERVICES w EU-Förderagentur GmbH w EuroVienna EU-consulting & -management GmbH w UIV Urban Innovation Vienna GmbH w WH Media GmbH
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