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98 Ausgabe Juni 2026 www.der-wirtschaftsfuehrer.at Der gemeinnützige Wohnbau erweist sich trotz eines anhaltend schwierigen Marktumfelds weiterhin als stabiler Anker der Bauwirtschaft. Die aktuellen Ergebnisse der Schnellerhebung 2025 zeigen zwar einen Rückgang bei den Fertigstellungen, gleichzeitig zeichnen sich jedoch erste Stabilisierungstendenzen ab. „Im Jahr 2025 wurden von den gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBVs) rund 11.900 Wohnungen fertiggestellt. Das entspricht einem Rückgang von 13 Prozent gegenüber 2024. Dennoch muss betont werden, dass die gemeinnützigen Bauvereinigungen der stabilisierende Faktor für die Baukonjunktur waren und sind“, betonte KR Mag. Michael Gehbauer bei der Bilanzpressekonferenz des Verbandes der gemeinnützigen Bauvereinigungen. „Gerade in wirtschaftlich volatilen Phasen zeigt sich die besondere Rolle des gemeinnützigen Wohnbaus als verlässlicher Partner für leistbares Wohnen. Während gewerbliche Bauträger Projekte vielfach verschieben oder zurückstellen müssen, sichern die gemeinnützigen Bauvereinigungen mit ihrer langfristigen Ausrichtung Kontinuität in der Wohnbauleistung und tragen wesentlich zur Stabilisierung des Marktes bei“, so Verbandsobmannstellvertreterin Mag.a Isabella Stickler weiter. GBV-Marktanteil steigt deutlich Während die Fertigstellungen rückläufig sind, zeigt sich bei den Baubewilligungen ein dif ferenziertes Bild: Der gewerbliche Sektor verzeichnet einen deutlich stärkeren Einbruch als der gemeinnützige Bereich. Dadurch ist der Marktanteil der GBVs bei Baubewilligungen im Mehrgeschoßwohnbau auf über 50 % gestiegen. Für das Jahr 2026 wird zwar noch ein weiterer moderater Rückgang auf etwa 11.000 bis 11.600 Fertigstellungen erwartet. Bereits ab 2027 zeichnet sich aber wieder ein sanfter Aufwärtstrend ab. Investitionen bleiben auf hohem Niveau Das Neubau-Investitionsvolumen wird für 2025 auf rund 2,7 Milliarden Euro geschätzt. Zusätzlich fließen etwa 1,7 Milliarden Euro in Sanierung und Instandhaltung – ein klares Signal für die anhaltende Bedeutung des gemeinnützigen Sektors. Krisen belasten leistbaren Wohnbau Hohe Baukosten, fehlende Grundstücke und höhere Zinsen erschweren die Bautätigkeit. Hinzu kommen neue Herausforderungen: „Zusätzlich zu den wesentlichen Unsicherheiten kamen erst vor Kurzem neue auf uns zu. Die Auswirkungen des Nahostkonflikts und die damit einhergehenden Energiekostensteigerungen sind derzeit noch nicht abschätzbar und könnten die weitere Entwicklung maßgeblich beeinflussen“, so Stickler. Dringenden Handlungsbedarf gibt es auch beim seit Jahren drängenden Thema Grundstücke. „Hier gibt es leider zu wenig Bewegung. Leistbare Grundstücke sind das Fundament für leistbare Wohnungen. Hier muss es den politischen Willen in Bund und Ländern geben, GBVs den Zugang zu leistbaren Grundstücken zu ermöglichen. So sollten etwa Grundstücke, die im Eigentum von Gebietskörperschaften stehen, für leistbaren Wohnraum zur Verfügung gestellt werden“, fordert Verbandsobmann Gehbauer. Deutlicher Anstieg bei Sanierungen Die Zahl der thermisch sanierten Wohnungen ist 2025 mit rund 7.900 Wohnungen gegenüber dem Vorjahr (6.800) nochmals deutlich gestiegen (+17 %). Auch bei den Umstellungen auf klimafreundliche Heizsysteme setzt sich der positive Trend der letzten Jahre fort und diese erhöhten sich um weitere 6 %. Sie lagen 2025 bei rund 6.900 Wohnungen, im Vergleich zu 6.600 im Jahr 2024. „Es zeigt sich einmal mehr, dass die GBVs Vorreiter in Sachen Sanierung und klimafreundlicher Heizsysteme sind. Wichtig ist aber vor allem in Hinblick auf die Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energien (siehe die aktuelle Lage in Nahost), dass dieser eingeschlagene Weg, nicht durch Förderkürzungen torpediert wird“, betont Michael Gehbauer. Im Jahr 2025 wurden von den gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBVs) rund 11.900 Wohnungen fertiggestellt. Das entspricht einem Rückgang von 13 Prozent gegenüber 2024. Dennoch muss betont werden, dass die gemeinnützigen Bauvereinigungen der stabilisierende Faktor für die Baukonjunktur waren und sind. KR Mag. Michael Gehbauer „ „ © Kristina Kircher

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