Der Wirtschaftsführer für Wien, Niederösterreich und Kärnten - E-Book

99 Ausgabe Juni 2026 www.der-wirtschaftsfuehrer.at Neben seiner sozialen Funktion bleibt der gemeinnützige Wohnbau damit auch ein zentraler Treiber der ökologischen Transformation im Gebäudesektor. Die Rekordzahlen bei Sanierungen und Heizungsumstellungen zeigen, dass Klimaschutz und leistbares Wohnen kein Widerspruch sind, sondern gemeinsam gedacht werden können. Forderungen des Verbandes Angesichts der aktuellen Herausforderungen am Wohnungsmarkt sieht der Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen dringenden Handlungsbedarf. Innerhalb des Verbandes herrscht Einigkeit darüber, dass konkrete politische und strukturelle Maßnahmen erforderlich sind, um den negativen Entwicklungen wirksam entgegenzusteuern und leistbaren Wohnraum langfristig abzusichern. Der Verband fordert daher ein Bündel an zentralen Schritten: w Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderung: Wohnbaufördermittel müssen wieder ausschließlich für den Wohnbau eingesetzt werden, um gezielt Investitionen in leistbaren Wohnraum sicherzustellen. w Fördermittel für die Dekarbonisierung des Wohnbaus: Das Tempo ist gut, muss aber noch gesteigert werden. Dazu sind ausreichend Fördermittel erforderlich. w Mobilisierung von öffentlichen Grundstücken für den gemeinnützigen Wohnbau: Es braucht verstärkte Maßnahmen, um ausreichend verfügbare und leistbare Bauflächen bereitzustellen w Aufbau alternativer Finanzierungsmodelle: Neue Finanzierungsinstrumente sollen geschaffen werden, um durch eine zusätzliche Finanzierungssäule den gemeinnützigen Wohnbau langfristig abzusichern. w Flächendeckende Widmungskategorien für gemeinnützigen Wohnbau: Verbindliche Widmungskategorien in allen Bundesländern sind notwendig, um ausreichend Flächen für den sozialen Wohnbau zu gewährleisten. „Nur mit entschlossenem Handeln können die Voraussetzungen geschaffen werden, damit gemeinnütziger Wohnbau auch künftig seine zentrale Rolle für leistbares Wohnen in Österreich erfüllen kann“, betonen Obmann Gehbauer und Obmannstellvertreterin Stickler. Unterschiedliches Bild in Bundesländern In 4 der 9 Bundesländer ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg bei den Fertigstellungen zu verzeichnen (B, K, Sa, OÖ). Alle Bundesländerangaben beziehen sich auf den Sitz der Bauvereinigung, manche GBVs errichten auch in anderen Bundesländern Wohnbauten. Beispielsweise hat eine GBV mit Sitz in Salzburg 120 Wohnungen in Wien errichtet, eine andere mit Sitz in Tirol hat 60 Wohnungen in Vorarlberg errichtet. Im mehrjährigen Durchschnitt werden 94 % aller GBV-Wohnungen im selben Bundesland gebaut, in dem die Bauvereinigung ihren Sitz hat. Die Fertigstellungen 2025, in Klammer Fertigstellung 2024 und die Veränderung im Überblick: Burgenland:................940 (570 im Vorjahr +65 %) Kärnten:..........................220 (180 im Vorjahr +22 %) NÖ:.............................1.560 (2.760 im Vorjahr -44 %) OÖ:...............................2.020 (1.890 im Vorjahr +7 %) Salzburg:................1.300 (1.080 im Vorjahr +20 %) Steiermark:................820 (1.360 im Vorjahr -40 %) Tirol:............................1.200 (1.700 im Vorjahr -29 %) Vorarlberg:........................270 (290 im Vorjahr -7 %) Wien:............................3.580 (3.860 im Vorjahr -7 %) Über GBVs GBVs, kurz für Gemeinnützige Bauvereinigungen, sind Österreichs erste Adresse für leistbares Wohnen. Mit rund 173 gemeinnützigen Wohnbauträgern, über 1.000.000 zur Verfügung gestellten Wohnungen und über 2.000.000 Bewohnerinnen und Bewohnern leisten sie Tag für Tag einen wesentlichen Beitrag dafür, dass Wohnen in Österreich in Summe leistbar ist und leistbar bleibt. So ist man auch Vorbild für ganz Europa. Zusätzlich zu den wesentlichen Unsicherheiten kamen erst vor Kurzem neue auf uns zu. Die Auswirkungen des Nahostkonflikts und die damit einhergehenden Energiekostensteigerungen sind derzeit noch nicht abschätzbar und könnten die weitere Entwicklung maßgeblich beeinflussen. Verbandsobmannstellvertreterin Mag.a Isabella Stickler „ „ © Kristina Kircher

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