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125 Ausgabe Juni 2026 www.der-wirtschaftsfuehrer.at 1977 Gründung der Zoopädagogischen Abteilung, die zu den ersten Europas gehört. 1987 Trotz bedeutender Zuchterfolge erreicht die Kritik wegen unzeitgemäßer Tierhaltung in veralteten Gehegen ihren Höhepunkt. Auch die Besucherzahlen sind rückläufig. Ähnlich wie schon nach dem Ersten Weltkrieg werden deshalb Projekte für eine Verlegung oder Schließung des Tiergartens diskutiert. 1991 Der Tiergarten wird als Schönbrunner Tiergarten-Gesellschaft m.b.H. aus der Bundesverwaltung ausgegliedert, bleibt aber zu 100 Prozent im Eigentum der Republik Österreich. Das Schönbrunner Tiergartengesetz wurde am 2. August 1991 veröffentlicht, am 13. Dezember schließlich der Gesellschaftsvertrag unterzeichnet. 1992 Helmut Pechlaner tritt als allein verantwortlicher Geschäftsführer mit 01.01.1992 seinen Dienst an. Der „Verein der Freunde des Tiergarten Schönbrunn“ entsteht. Er wird bald zum unermüdlichen und unentbehrlichen Helfer bei der Verwirklichung vieler Projekte. Auch zahlreiche Spender, Sponsoren und Tierpaten helfen mit, aus Schönbrunn wieder einen modernen und blühenden Tiergarten zu machen. 1993 Dem Tiergarten Schönbrunn wird das im Süden angrenzende Areal des Tirolergartens zur sanften Nutzung übertragen. Da der Baumbestand erhalten bleiben muss, dürfen hier keine Gehege errichtet werden, bei denen Gelände oder Bepflanzung verändert werden. 1994 An der Stelle der inzwischen verfallenen Gebäude wird im Tirolergarten der 1722 erbaute, denkmalgeschützte „Haidachhof“ aus dem Tiroler Brandenbergtal neu aufgebaut. Hier werden nun gefährdete heimische Haustierrassen gepflegt und gezüchtet. Im historischen Teil wird eine neue Großkatzenanlage eröffnet, die den Tieren endlich genug Auslauf ermöglicht. Für die Besucher wird im Inneren der Anlage ein kleiner Kinosaal eingerichtet. 1996 Der neue Elefantenpark wird seiner Bestimmung übergeben. Das ehemalige Elefantengehege wird in der Folge von Mandrills und Meerkatzen bewohnt. Im Affenhaus erhalten die OrangUtans durch einen Anbau erstmals einen adäquaten Außenbereich, in dem sie auch Sonne und Regen erleben können. Im Dezember wird die Gesamtanlage von Schönbrunn in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. 1997 Im Tirolergarten wird ein neuer Gasthof errichtet, der sich architektonisch an dem von Erzherzog Johann errichteten Bauernhaus orientiert. 1998 Die Deckenfresken des Kaiserpavillons werden renoviert. Im Auch die barocken Mauern zwischen den Tiergehegen und rund um den Logenkreis wurden durch Gitter ersetzt. Auf diese Weise verlor die Anlage ihr mittlerweile als zu eng empfundenes Erscheinungsbild. Im Pavillon wurde eine Papageienschau eingerichtet, wobei die Käfige und Stangen mit den Tieren bei geöffneten Fenstern auf kleinen Schienen ins Freie geschoben werden konnten. Dort waren die Vögel unter großen Baldachinen vor zu intensiver Sonneneinstrahlung geschützt. Insgesamt sorgten die Modernisierungen und Neubauten von Tierhäusern und Wirtschaftsgebäuden sowie kleine Erweiterungen der Anlage nach Osten und Süden dafür, dass Schönbrunn am Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem modernen „zoologischen Garten“ wurde, der mit knapp 3.500 Tieren in über 700 Arten, darunter Elefanten, Nashörner, Flusspferde, Tapire, Giraffen, Ameisenbären, Robben und zahlreiche Großkatzen- und Bärenarten, zu den schönsten Tiergärten der Welt gehörte. Die Anlage blieb dennoch bis zum Ende der österreichisch-ungarischen Monarchie Privatbesitz der kaiserlichen Familie. Bomben, Hunger und Erneuerung: Die Ära von Otto Antonius Die beiden Weltkriege setzten dem Tiergarten und seinen Mitarbeitern sehr zu. Während des Ersten Weltkrieges und danach ließen Versorgungsengpässe und die damit verbundenen hygienischen Probleme den Tierbestand um beinahe 85 Prozent auf knapp 400 zurückgehen. Die Tiergarten-Verwaltung schaffte es aber sowohl 1918 als auch 1945 unter Mithilfe der Wiener Bevölkerung, privater Förderer und der seit 1921 zuständigen staatlichen Stellen, den Betrieb im Tiergarten Schönbrunn aufrecht zu erhalten und seinen Fortbestand zu sichern.

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