128 Ausgabe Juni 2026 www.der-wirtschaftsfuehrer.at Kleinvogelhaus werden zwei für Besucher begehbare Freiflughallen eingerichtet. Die benachbarten ehemaligen Greifvogel-Volieren werden als Gehege für die Erhaltungszucht von Waldrappen und Keas umgewidmet. Der Tiergarten zeigt in der Orangerie des Schlosses Schönbrunn die Ausstellung „Vier Millionen Jahre Mensch“. 1999 Die „Wild Republic“ Souvenir-Shops ziehen in den Tiergarten ein. Als erste „Tochter“ der Schönbrunner Tiergarten GmbH entsteht die „Tierärztliche Ordination Tiergarten Schönbrunn". Sie hat ihren Sitz in der ehemaligen Kammermeierei von Kaiserin Elisabeth südlich des Tirolergartens und steht auch Privatpersonen für ihre Haustiere offen. 2000 Das generalsanierte Aquarien- und Terrarienhaus wird in Betrieb genommen. Es kann nun wieder mit einer zeitgemäßen Haustechnik und neuen Attraktionen wie einem großen Riffbecken oder einem Amazonas-Tunnel aufwarten. Auch Backstage-Führungen durch die normalerweise nicht zugänglichen Bereiche des Hauses sind nun möglich. 2001 In der umgebauten und erweiterten Flusspferdanlage erhalten die Flusspferde im ehemaligen Besucherbereich vor dem Haus einen großzügigen Auslauf und im Inneren des Hauses ein Badebecken mit einer leistungsfähigen Filteranlage. An Stelle der von 1910 stammenden alten Bergwiederkäueranlage am Hang des Glorietteberges werden neue Gehege für Humboldtpinguine eröffnet. 2002 Der Tiergarten Schönbrunn feiert sein 250-jähriges Bestandsjubiläum. Im März ziehen erstmals Koalas in Wien ein. Im Juli wird mit dem „Jubiläumsprojekt“ Regenwaldhaus das bisher aufwendigste Schönbrunner Bauvorhaben eröffnet. Auch neue Gehege für Japanische Seraus, Brillen- und Nasenbären am Hang des Glorietteberges sowie eine neue Löwenanlage gehen in Betrieb. Als Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten zeigt der Tiergarten in Zusammenarbeit mit dem Wiener Naturhistorischen Museum von Mai bis Oktober die Sonderausstellung „Menagerie des Kaisers – Zoo der Wiener. 250 Jahre Tiergarten Schönbrunn“ und bittet am 30. und 31. Juli alle Besucher zu einem großen Geburtstagsfest. Auch ein gleichnamiges Jubiläumsbuch erscheint. Die Münze Österreich widmet dem Tiergarten Schönbrunn eine 5-Euro-Silbermünze und die Österreichische Staatsdruckerei einen Sonder-Briefmarkenblock mit Tiermotiven. Bereits zu Ostern findet die Jungfernfahrt des „Schönbrunners“ statt, eines Panoramazuges, mit dem die Besucher seither täglich durch Schlosspark und Tiergarten fahren können. 2003 Als zweiter europäischer Zoo neben Berlin erhält der Tiergarten Schönbrunn von der Volksrepublik China ein Paar Große Pandas. Sie dürfen vorläufig für 10 Jahre in Schönbrunn bleiben. Die Schönbrunner Tiergarten GmbH wird mit der Führung der Marchfeldschlösser Revitalisierungs- und Betriebs GmbH beauftragt. In der Folge werden bei den östlich von Wien gelegenen Schlössern Hof und Niederweiden Gehege eingerichtet, in denen alte Haustierrassen (Schwerpunkt altösterreichische Pferderassen) und ehemals in Mitteleuropa beheimatete Großsäugetiere gepflegt werden. Gegenüber dem Palmenhaus wird im SchönZu den großen Herausforderungen der Zwischenkriegszeit zählten neben dem Auffüllen des lückenhaften Tierbestandes und den am dringendsten nötigen Sanierungsarbeiten die Modernisierung der inzwischen wieder technisch veralteten Tierhäuser und die Einbindung Schönbrunns in die neuen internationalen Arbeitsprogramme der Zoos. Unter Otto Antonius (1885–1945, Direktor 1924–1945), der zugleich der erste Biologe als Leiter des Tiergartens Schönbrunn war, stieg der Tierstand bis 1930 wieder auf mehr als 3.000 Individuen. Otto Antonius realisierte auch eine neue Volieren-Anlage für Greifvögel, die heute für die Erhaltungszucht von Waldrappen genutzt wird und eine Gruppe Roter Sichler beherbergt. Zu den weiteren wichtigen Bauprojekten dieser Zeit gehören die Modernisierung des Affenhauses und zweier Raubtierhäuser sowie eine neue Seelöwenanlage und neue Gehege für Braun- und Eisbären. Im Ausbaubereich östlich des historischen Geländes, dessen Zuteilung an den Tiergarten Antonius erreichte, entstanden unter anderem zusätzliche Teichanlagen für Schwimm- und Stelzvögel und ein Elchgehege. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges kosteten Bombentreffer auf Tiergarten und Schlosspark vielen Tieren das Leben. Unter ihnen war auch der beliebte afrikanische Nashornbulle „Toni“, der zur Freude der Besucher bis zu seinem Tod seinen Pfleger auf sich reiten ließ. Neu: Public Relations, Naturschutz und Wissenschaft Antonius führte in Schönbrunn die Idee der Nachzucht vom Aussterben bedrohter Tierarten ein, wobei er sich besonders für die von der Ausrottung bedrohten Wisente einsetzte. Er engagierte sich auch in der Volksbildung, warb für den Naturschutz und intensivierte den immer wichtiger werdenden Kontakt zu den Medien.
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