129 Ausgabe Juni 2026 www.der-wirtschaftsfuehrer.at brunner Schlosspark das ehemalige „Sonnenuhrhaus“, ein weiteres historisches Gewächshaus, zusammen mit der Verwaltung der Österreichischen Bundesgärten als „Wüstenhaus“ betrieben. 2004 Im Mai wird das modernisierte und mit umweltfreundlicher Klimatechnik ausgestattete Polarium wiedereröffnet. Die neu gegründete „Tiergarten Schönbrunn Gastronomie GmbH" übernimmt die Bewirtschaftung des Kaiserpavillons sowie nach Ablauf der entsprechenden Pachtverträge weitere GastronomieEinrichtungen im Tiergarten. 2005 Das inzwischen auch für Sonderausstellungen aus der Tier- und Pflanzenwelt genützte Wüstenhaus erhält eine begehbare Außenanlage. Im Oktober wird im ehemaligen Sumpf- und Stelzvogelhaus im Ausbaubereich (entstanden 1960) das von Dr. Anton Schindler finanzierte und seiner verstorbenen Frau, einer großen Natur- und Tierliebhaberin gewidmete Valerie H. Schindler-Insektarium, eröffnet. Es zeigt einen Ausschnitt aus der Welt der Gliederfüßer mit dem Schwerpunkt Heuschrecken und wird deshalb auch „Haus der Schrecken" genannt. Mit Geldern aus dem Wirtschaftsministerium und von der Stadt Wien sowie mit Unterstützung des „Verein der Freunde des Tiergarten Schönbrunn" kann mit dem Umbau der ehemaligen Filmstudios an der Maxingstraße ein neues Großprojekt begonnen werden. 2006 In Schönbrunn ziehen im März erstmals seit 1894 wieder Panzernashörner ein. Die beiden aus Nepal stammenden Tiere, der Bulle „Jange" und die Kuh „Sundari", bewohnen zusammen mit Axishirschen, Hirschziegen- und Nilgauantilopen ein großzügiges neues Gehege im Osten des Tiergartens. Im Juni wird die umgebaute Afrika-Anlage im historischen Kernbereich südlich des Pavillons in Betrieb genommen. Mit Jahresende tritt der erfolgreiche und allgemein beliebte Direktor Vet.-Rat Prof. Dr. Helmut Pechlaner in den Ruhestand. Er leitete die Geschicke des Tiergartens seit 1992. Sein Ziel war es stets, alle Anforderungen und Erwartungen an einen modernen Zoo unter Wahrung des historischen Umfeldes im Weltkulturerbe Schönbrunn zusammenzuführen und zu erfüllen. 2007 Mit 1. Jänner übernimmt Dr. Dagmar Schratter, die schon seit 1993 als Kuratorin und stellvertretende Direktorin im Tiergarten Schönbrunn gearbeitet hat, die Geschäftsführung der Schönbrunner Tiergarten GmbH. In der Folge wird der bestehende Masterplan zur weiteren Ausgestaltung und Modernisierung des ältesten Zoos der Welt überarbeitet und erweitert. Im August feiert der „Verein der Freunde des Tiergarten Schönbrunn" sein 15-jähriges Bestandsjubiläum. Der Tiergarten Schönbrunn übernimmt das Zuchtbuch der Afrikanischen Elefanten und das neu gegründete Zuchtbuch der japanischen Seraus. Höhepunkt des Jahres ist die Geburt des ersten auf natürlichem Weg gezeugten Panda-Babys (und zweiten Panda-Babys überhaupt) in Europa am 23. August. Der neue Mitbewohner erobert, nicht zuletzt dank der tatkräftigen Unterstützung der Medien, die Herzen aller Besucher und Tiergarten-Freunde und erhält im Dezember in einem großen Festakt den Namen „Fu Long" (= „Glücklicher Drache"). Mehrere Monate lang dokumentiert die jeweils Samstagnachmittag ausgestrahlte ORF-Sendereihe „Panda-TV. Geschichten aus dem Tiergarten Schönbrunn" die Entwicklung des kleinen Schützlings auch für die Fernseh-Zuschauer. Auch die Verbindungen zu Universitäten und Museen wurden von nun an wesentlich besser gepflegt, sodass ein reger wissenschaftlicher Austausch stattfand – von dem bis heute zahlreiche Präparate in den verschiedenen Schau- und Lehrsammlungen zeugen. Anlässlich der 1926 in Wien abgehaltenen Konferenz der Vereinigung der Direktoren mitteleuropäischer zoologischer Gärten wurde die Bezeichnung „Menagerie“ offiziell durch den Begriff „Tiergarten“ ersetzt. Im Volksmund und in der Presse wurde allerdings, etwas nostalgisierend, noch lange gerne von der „Menagerie Schönbrunn“ gesprochen. Nach der Neukonstituierung der Zoodirektoren-Vereinigung (Basel, 1935) wurde Otto Antonius 1938 erster Vizepräsident des nunmehrigen „Internationalen Verbandes von Direktoren Zoologischer Gärten“ und nach dem altersbedingten Rücktritt Kurt Priemels 1940 noch kommissarischer Leiter. Seine Wahl zum Präsidenten verhinderte nur der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Die Jahre des Wiederaufbaus Nach 1945 standen zunächst vor allem der Wiederaufbau der zerstörten oder stark beschädigten Bauten und Verbesserungen der technischen Infrastruktur im Vordergrund. Unter anderem wurden ein leistungsfähiges Kanalsystem, ein Kesselhaus zur Versorgung der neu erbauten Tierhäuser mit Fernwärme und ein moderner Wirtschaftshof mit Kühlräumen, Schlachthaus und Quarantänestation errichtet. 1959 wurde an Stelle des durch Bombentreffer baufällig gewordenen ehemaligen Straußen- und Reptilienhauses, in dem sich seit 1923 ein
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