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43 Ausgabe September 2026 www.der-wirtschaftsfuehrer.at Viele nutzen sie, aber selbst die Nutzer lehnen sie mehrheitlich ab: KI beim Online-Dating! Die psychologische Partnervermittlung „Gleichklang“ hat eine repräsentative Gruppe ihrer Mitglieder über die Nutzung von KI bei ihrem Online-Dating befragt. Dabei wurden u. a. auch Fragen zu Bindungsstilen, Dating-Verhalten, Persönlichkeit, Sensibilität, religions- und spiritualitätsbezogene Einstellungen und politischen Auffassungen gestellt. Dies sollte ermöglichen, einen umfassenden explorativen Eindruck darüber zu gewinnen, wie oft KI beim Online-Dating unter „Gleichklang“-Mitgliedern genutzt wird, wie die Einstellungen zu dieser Nutzung sind und inwiefern sich Nutzer von KI beim Online-Dating von Nicht-Nutzern unterscheiden. Gefragt wurde nach der Nutzung von KI für die Erstellung des eigenen Profils, die Bearbeitung oder Erstellung von Fotos, das Verfassen von Erstnachrichten, anderen Antworten sowie die Inanspruchnahme von KI für die Beratung bei der eigenen Partnersuche. Außerdem wurde abgefragt, wie diese Art der Partnersuche bewertet wird. Psychologe Guido F. Gebauer führte die Untersuchungen durch. Die Ergebnisse: 59,6 Prozent gaben an, künstliche Intelligenz niemals für ihre Partnersuche genutzt zu haben, während 40,4 % zumindest in einem Bereich bereits über eine KI-Nutzung berichteten. Am häufigsten wurde KI für die Selbstbeschreibung genutzt (27 %), gefolgt von Dating-Beratung (19,6 %), Erstnachrichten (19,1 %), anderen Antworten (19,1 %) und Fotos (14,7 %). Zwischen den Geschlechtern gab es keine signifikanten Unterschiede. Interessant: Nicht-Nutzer haben ein höheres Interesse an Green-Dating (ökologisch ausgerichtete Lebensweise). Experten sehen mittlerweile die Gefahr, dass die Authentizität von Dating-Profilen und auch die Authentizität der OnlineKommunikation immer stärker leiden werden. Ein gut gemeinter Ratschlag von Psychologen Gebauer: Man sollte gerade jetzt, wo KI immer mehr zunehmen wird, möglichst bald zu realen Treffen in unserer Welt übergehen, um die tatsächliche Resonanz miteinander erleben und tragfähige Beziehungen aufbauen zu können. Kein falsches Profil Lukas Breitner von Casual-Dating sieht diese Art von Dating so: Künstliche Intelligenz ist 2026 der größte Hebel für mehr Erfolg – aber nur bei Nutzern, die Daten ethisch und authentisch einsetzen. Deshalb sollte man ChatGPT, Claude, Gemini und KI-Bildtools für ein besseres, nicht falsches Profil nutzen. Mit konkreten Prompts und klaren ethischen Regeln darf KI das echte Ich verstärken, aber niemals durch ein erfundenes Ich ersetzen. Also keinen Identitätsbetrug! 70 % der Menschen erkennen ChatGPT-generierte Nachrichten, wenn sie roh kopiert werden. Und spätestens beim ersten Date kollabiert jedes Profil, das nicht mit der echten Person übereinstimmt. Breitner: „KI ist Ihr Coach, nicht Ihre Maske! Sie hilft Ihnen, sich besser zu zeigen – aber niemals, sich anders zu zeigen!“ In Ordnung ist etwa: Eine bessere Formulierung der echten Persönlichkeit; Lichtoptimierung und Hintergrund-Clean-up bei Fotos; eine Inspiration für Nachrichten, die selbst überarbeitet werden; Themen zur Vorbereitung für das Date und eine Reflexion über vergangene Dates. Das geht überhaupt nicht: Erfindung von Eigenschaften oder Hobbys; Veränderung von Gesicht, Körper oder Alter; voll automatisierte Chats, die die KI führt; das Vortäuschen von Wissen, das einem gänzlich fehlt und die Manipulation vom Gegenüber durch psychologische Tricks. Wenn der oder die Neue fragt „Hast du KI für dein Profil benutzt?“, sollte man ehrlich mit „Ja“ antworten. Die meisten Singles scheitern nämlich am Profil, weil sie sich selbst nicht gut beschreiben können. Das ist kein Persönlichkeits-, sondern ein Schreibproblem. Man sollte also Material für die KI sammeln. Etwa drei Hobbys oder Aktivitäten, die man wirklich regelmäßig macht. Drei Dinge, für die Sie von Freunden geschätzt werden. Drei Werte, die Ihnen in einer Beziehung wichtig sind. Eine Anekdote oder ein konkretes Detail („Ich kann sechs Käsesorten am Geruch erkennen“) und was Sie konkret suchen – eine Beziehung, lockeres Daten oder etwas „dazwischen“. Was noch wichtig ist? Den Datenschutz beachten. Übrigens: Die meisten Menschen, die online nach Liebe suchen, sind ehrlicher und interessierter, als ihr Profil zeigt. KI hilft ihnen lediglich das sichtbar zu machen. Mehr nicht.

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