Der Wirtschaftsführer für Wien, Niederösterreich und Kärnten - E-Book

44 Ausgabe September 2026 www.der-wirtschaftsfuehrer.at WU-Studie: Was macht Wien zu einer lebenswerten Stadt Eine neue Studie der WU Wien zeigt, dass Österreicher Wiens Lebensqualität hauptsächlich mit Kultur, Bildung, Gesundheit und so gut wie kaum Politik verbinden. Wien zählt laut dem „Global Liveability Index“ des Economist konstant zu den lebenswertesten Städten der Welt. Nach drei Jahren an der Spitze belegte Wien 2026 und 2025 nun jeweils den zweiten Platz im Ranking. Solche internationalen Ranglisten bewerten Städte üblicherweise anhand von Faktoren wie Stabilität, Gesundheitsversorgung, Bildung und Infrastruktur. Eine neue Studie von Forschenden der WU Wien stellt nun stattdessen die Perspektive der Menschen in den Mittelpunkt und untersucht, was Österreichs Einwohnerinnen und Einwohner selbst für wichtig halten, wenn es um die Lebensqualität von Wien geht. Museen und Universitäten stehen an erster Stelle Die Studie kombiniert Interviews und eine Quotenstichproben-Befragung von 1.787 Menschen in Österreich mit einer Medienanalyse zu 39 städtischen Konfliktpunkten sowie fünf Conjoint-Experimenten mit 1.354 Teilnehmern. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass für die Menschen Museen, Universitäten, lokale Unternehmen und Krankenhäuser ganz oben stehen, was ihre Beiträge zur Wiener Lebensqualität betrifft. Die Rolle von politischen Akteuren, etwa von Regierungen, Parlamenten und politischen Parteien, wurde hingegen deutlich niedriger bewertet. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass für die Befragten die Lebensqualität von den Beiträgen verschiedenster gesellschaftlicher Akteure abhängt, insbesondere von Institutionen, die das städtische Alltagsleben durch Kultur, Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Interaktion prägen. „Unsere Forschung zeigt, dass die Menschen Lebensqualität stark mit Zugang zu Kultur, Bildungsangeboten und Räumen für kreatives Schaffen verbinden. Sie sehen Lebensqualität in erster Linie aus dem Blickwinkel des städtischen Alltagslebens heraus und legen weniger Augenmerk auf formale politische Strukturen“, erklärt Angela Samuel, Hauptautorin der Studie. Erklären lasse sich das durch das europaweit sinkende Vertrauen in politische Institutionen. Campus der Wirtschaftsuniversität Wien © BOAnet.at

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