48 Ausgabe September 2026 www.der-wirtschaftsfuehrer.at Österreich: Die Zahl der Krankenstände ist gesunken Im Vorjahr waren 69,1 Prozent der Beschäftigten von entsprechenden Fehlzeiten betroffen. Von krankenstandsbedingten Fehlzeiten waren im Jahr 2025 69,1 Prozent der unselbstständig Beschäftigten in Österreich betroffen. Die Versicherten verbrachten durchschnittlich 14,7 Kalendertage im Krankenstand, woraus sich ein Verlust an Jahresarbeitszeit von 4,0 % ergab. Das stellt einen Rückgang von 2,7 % gegenüber dem Vorjahr dar. Im Schnitt dauerte ein Krankenstand 9,1 Tage, wobei es große Heterogenität bei den Krankenstandsdauern nach Krankheitsgruppen gibt. Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes zählen seit Jahren zu den bedeutendsten Ursachen von Krankenständen in der Alpenrepublik. Die Analysen belegen, dass rund ein Fünftel der Beschäftigten an Problemen des Muskel-Skelett-Systems bzw. des Bindegewebes leidet. Betroffene weisen im Jahresverlauf 33,4 Krankenstandstage auf gegenüber 19,3 Tagen bei den üblichen Erkrankten. Therapeutische Angebote erreichen allerdings nur einen kleinen Personenkreis. Das ergab der aktuelle „Fehlzeitenreport 2026“ (inkl. unfallbedingten „Ausfällen“) des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag der Bundesarbeiterkammer, Wirtschaftskammer und des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger. Auch der Anteil der Versicherten, die 2025 mindestens einmal im Krankenstand waren, ging um einen Prozentpunkt zurück (je nach Krankheitsverlauf waren es 9,1 Tage). Besonders die Zahl der COVID-19Erkrankungen sank massiv. Ein Anstieg wurde hingegen bei den Krankenstandstagen der psychischen und Verhaltensstörungen verzeichnet. Atemwegserkrankungen treten weiter häufig auf und halten die Erkrankungsquote hoch. Von den durchschnittlich 14,7 Krankenstandstagen je unselbständig Beschäftigten entfielen die meisten auf Atemwegserkrankungen (3,6 Tage), gefolgt von Muskel-Skelett-Erkrankungen (2,8 Tage), Verletzungen und Vergiftungen (2,1 Tage) sowie psychischen und Verhaltensstörungen (1,7 Tage). Hinzu kamen jeweils 0,5 Tage aufgrund von Erkrankungen des Kreislaufsystems sowie der Verdauung und 3,5 Tage aufgrund der zusammengefassten übrigen Krankheitsgruppen. Oft kurz krank Da nicht alle Betriebe eine Arbeitsunfähigkeitsmeldung ab dem ersten Fehltag verlangen, gibt es eine meldetechnische Unterlassung von kurzen Krankenstandsepisoden (ein bis drei Tage). Die tatsächliche Krankenstandsquote sollte deshalb etwas höher liegen, als aus der Statistik hervorgeht. Auch ohne vollständige Erfassung sind Kurz-Krankenstände sehr häufig: 2025 dauerten 44,7 % aller erfassten Krankenstände weniger als vier Tage. GeKI-generiertes Bild: © Devilian/stock.adobe.com
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