Der Wirtschaftsführer für Wien, Niederösterreich und Kärnten - E-Book

49 Ausgabe September 2026 www.der-wirtschaftsfuehrer.at messen an der Summe der Fehltage war ihr Gewicht mit 10,0 % aller krankheitsbedingten „Ausfälle“ nicht stark. Längere Krankstandsepisoden waren selten – nur 10,0 % aller verzeichneten Fälle dauerten im Vorjahr länger als zwei Wochen. Dennoch verursachte diese vergleichsweise geringe Anzahl einen erheblichen Teil der Fehlzeiten von 58,3 % bzw. von 40,2 %. Derzeit liegt das Krankenstandsniveau auf dem Niveau von Ende der 1990er-Jahre. Der Report dokumentiert Fehlzeiten seit 1970. In dieser langfristigen Sicht erreichten die Fehlzeiten 1980 mit 17,4 % Krankenstandstagen pro Kopf ihren Höchstwert. Im Jahr 1990 verzeichnete die Statistik noch durchschnittlich 15,3 Tage pro Kopf. Der längerfristige Rückgang ist nicht durch einen einzelnen Faktor erklärbar. Einerseits wirken die Reduktion der Arbeitsunfälle und die Verschiebung der Wirtschaftsstruktur in Richtung Dienstleistungen – mit einem rückläufigen Anteil der Arbeiter – dämpfend auf die Entwicklung der Fehlzeiten. Andererseits dürften auch andere langfristige Trends wie die Erhöhung der Teilzeitbeschäftigung und die Zunahme von befristeten Beschäftigungsverhältnissen die Krankenstandsquote gebremst haben, ebenso Tätigkeiten von neuen Selbstständigen. Langfristig gesehen haben psychisch bedingte Krankenstände kontinuierlich zugenommen – ein Alarmzeichen für Mediziner! Ältere sind nicht häufiger krank als Jüngere, weisen jedoch längere Krankenstände auf. Frauen weisen mehr Fehltage auf als Männer. Die Entgeltfortzahlung und das Krankengeld übernehmen die finanzielle Absicherung der Arbeitnehmer. Laut Statistik Austria zahlten Betriebe 2024 Entgeldfortzahlungen für Klein- und Mittelbetriebe in der Höhe von 4,8 Mrd. Euro. Die Unfallversicherung übernahm 148 Mio. Euro. Weitere 1,2 Mrd. Euro wurden von der Krankenversicherung in Form von Krankengeld ausbezahlt. Insgesamt beliefen sich die direkt zurechenbaren Krankenstandskosten im Jahr 2024 auf 6,2 Mrd. Euro bzw. 1,3 % der Wirtschaftsleistung. Neben diesen direkten Kosten (ohne Behandlungen) entstehen auch indirekte Kosten in unterschiedlichen Bereichen: Auf betrieblicher Ebene sind das Wertschöpfungsverluste, wenn krankheitsbedingte Arbeitsausfälle nicht kompensiert werden können. In Aufschwungsphasen mit knappen Personalressourcen bei steigender Nachfrage führt dies zu höheren Wertschöpfungsverlusten als in Rezessionsphasen. Im Versorgungsgeschehen nimmt vor allem die Allgemeinmedizin eine zentrale Rolle ein. © photowahn/stock.adobe.com KI-generiertes Bild: © Collector – stock.adobe.com

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